Page 18 - Schiedsrichter-Zeitung
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ANALYSE
DFB-SCHIEDSRICHTER-ZEITUNG 03|2021
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2a_Marseiler geht mit beiden Beinen ins Tackling, der Ball ist bereits weg.
2b_Durch eine „Beinschere“ bringt er seinen Gegenspieler zu Fall. Dafür wird er verwarnt.
Mannheimer wird mit der Innenseite des Fußes seitlich über seinem rechten Fuß getroffen. Beide Beine von Marseiler sind am Boden, die Grätsche ist dadurch nicht unkontrolliert. Eine solche Spielweise ist rücksichtslos, aber nicht übermäßig hart, deshalb ist die Verwarnung ausreichend.
http://bit.ly/SZ-03-21-Szene-02
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Arminia Bielefeld – FC Augsburg
(12. Spieltag)
dende Rolle. Erneut gibt es einen Ballverlust, nämlich durch den Münchner Alphonso Davies, der den Ball technisch unsauber annimmt. Beim Versuch der Rück- eroberung springt er mit dem linken Fuß voraus auf das Spielgerät und den Stuttgarter Wataru Endo zu (Foto 4a). Mit der Ferse berührt Davies den Ball auch ein wenig, doch vor allem trifft er danach mit den Stol- len voll den Knöchel seines Gegenspielers und teilweise den Bereich darüber (Foto 4b). Durch die Gewichtsver- lagerung bekommt der Tritt außerdem eine höhere Intensität.
Hier sprechen das Trefferbild und die Dynamik eindeu- tig für einen Feldverweis, mit dem Foul gefährdet der Außenverteidiger des FC Bayern die Gesundheit seines Gegners. Dass die Partie erst wenige Minuten alt und bis dahin friedlich verlaufen ist, spielt keine Rolle für das Strafmaß.
Der Schiedsrichter hat das Vergehen auf dem Feld ledig- lich als rücksichtslos wahrgenommen und daher nur eine Verwarnung ausgesprochen, was der Video-Assis- tent als klaren und offensichtlichen Fehler einstuft. Deshalb empfiehlt er dem Unparteiischen einen On- Field-Review. Der Referee korrigiert nach dem Betrach- ten der Bilder richtigerweise seine Entscheidung und verweist Alphonso Davies des Feldes.
5 Holstein Kiel – VfL Osnabrück (14. Spieltag) Wenn zwei Spieler verschiedener Teams aus entge- gengesetzten Richtungen zum Ball gehen, der frei spielbar ist, resultiert daraus oft eine besondere Schwie- rigkeit für den Schiedsrichter. Denn er muss genau
Auch diese Szene beginnt mit einem Ballverlust, näm- lich der Bielefelder (dunkle Trikots). Versucht eine Mannschaft, einen verlorenen Ball sofort mit aller Macht zurückzuerobern, sind beim Schiedsrichter volle Konzentration und Aufmerksamkeit gefragt. Denn bei diesen Versuchen kommt es nicht selten zu harten Fußvergehen. Hier springt der Bielefelder Fabian Kunze auf den Ball und seinen Gegenspieler Michael Grego- ritsch zu, der rechte Fuß ist in der Luft (Foto 3a).
Zwar trifft er auch den von Gregoritsch gespielten Ball mit der Außenseite seines Fußes, vor allem aber den Fuß des Augsburgers mit den Stollen (Foto 3b). Weil der Ort des Treffers unterhalb des Knöchels liegt und Kun- zes Bein nicht durchgestreckt ist, stuft der Schiedsrich- ter das Foulspiel trotz der hohen Dynamik zu Recht noch als rücksichtslos und nicht als gesundheitsgefährdend ein. Folgerichtig verwarnt er den Bielefelder. Es handelt sich um ein Vergehen, bei dem gewissermaßen nur wenige Zentimeter zum Feldverweis gefehlt haben.
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FC Bayern München – VfB Stuttgart
(26. Spieltag)
Diese Zentimeter spielen in dieser Szene die entschei-