Page 8 - DFB-Schiedsrichterzeitung 02-2020
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       1_Dr. Jochen Drees
       besprach mit den   auf unterschiedliche Schiedsrichter-Persönlichkeiten   viel Teambuilding auf dem Programm. „Wir sind noch
       Unparteiischen den   einstellen und vorbereiten.“             enger zusammengerückt“, erklärt Deniz Aytekin.
       Einsatz des Video-
       Assistenten, ...  Regeltechnisch vermittelt DFB-Lehrwart Lutz Wagner die   Bleibt abschließend die Frage: Geht’s im nächsten Jahr
       2_... DFB-Lehrwart
       Lutz Wagner referierte   neuesten Auslegungen, auch und gerade in Sachen Hand-  wieder nach Portugal? Das ist trotz der positiven Stim-
       unter anderem zum   spiel. Anhand von Referenzszenen macht er den Unpar-  men zum diesjährigen Ablauf noch unklar. „Das legen
       Thema Handspiel.  teiischen klar, wo Strafbarkeit anfängt und wo sie aufhört.   wir in den nächsten Wochen fest“, kündigt Fröhlich an.
                        „Wenn die Kollegen diese Szenen im Kopf haben, können   „Wir müssen gewährleisten, dass wir weiter in einer so
                        sie auf dem Platz als Leitplanken dienen“, erklärt er.  großen Gruppe effizient arbeiten können.“
                        Nach der schweißtreibenden Trainingswoche fühlen sich   Für das Sommer-Trainingslager in Grassau sei deshalb
                        ausnahmslos alle Teilnehmer gut gerüstet für die anste-  erstmals eine andere Gruppen-Konstellation geplant –
                        henden Aufgaben. „Das waren intensive Tage mit viel   „mit mehreren überlappenden Trainingslagern für Bun-
                        Training, Theorie-Coaching und tollem Wetter“, sagt Tobias   desliga- und Zweitliga-Schiedsrichter sowie Schieds-
                        Welz stellvertretend. Neben dem fachlichen Training stand   richter-Assistenten“.




         Ein Tag im Trainingslager


         Wie sieht eigentlich der Tagesablauf für einen Unparteiischen
         während des Trainingslagers aus? Der neu berufene FIFA-
         Schiedsrichter Harm Osmers (34) verrät es uns im Detail.
         7.30 Uhr. „Ich genieße es, dass ich hier nicht so früh aufstehen
         muss, sonst muss ich schon um 6 Uhr aus dem Bett. Dann schaue
         ich erst mal aufs Meer, gehe auf den Balkon, checke mein Handy
         und rufe kurz zu Hause an, per Videocall mit meinem Sohn und
         meiner Frau.“
         8.30 Uhr. „Frühstück, meine Lieblingsmahlzeit. Bei mir gibt’s
         meistens Müsli mit Milch, Quark, Früchten und ein paar Nüssen.
         Dazu gibt’s Kaffee und Orangensaft, das ist ideal.“  Beweglichkeit, Koordination, Stabilität. Zum Beispiel muss ich
         9 Uhr. „Erste Theorie-Einheit, zum Beispiel zum Thema Unsport-  30 Sekunden den Seitstütz halten.“
         lichkeiten.“                                       15 Uhr. „VAR-Training an der Station. Das sind gute Live-Bedin-
         10.30 Uhr. „Danach geht’s auf den Sportplatz. Hier ist meistens   gungen mit Szenen, in denen die Sachverhalte nachgestellt wer-
         die Sonne draußen, da macht das besonders Spaß. Trotzdem   den.“
         sind es knackige Einheiten, sehr intensiv. Das ist anstrengend,   16 Uhr. „Auslaufen auf dem Sportplatz. Leichte Übungen, locke-
         wir gehen da an unsere Grenzen und ziehen voll durch, um Kon-  res Auslaufen.“
         dition für die Rückserie aufzubauen.“              18 Uhr. „Theorie-Gruppenarbeit ,Handspiel‘.“
         12 Uhr. „Ich laufe kurz runter zum Strand und springe in den   19.30 Uhr. „Abendessen. Fisch mit Gemüse.“
         Atlantik. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, dort zu   20.30 Uhr. „Physiotherapeut. Ich habe keine akuten Beschwer-
         schwimmen? Das tut mir gut und ist gut für die Regeneration.“  den, aber er guckt kurz auf den Hüftbeuger, der macht mir manch-
         12.30 Uhr. „Mittagessen. Da lange ich richtig zu, Fisch, Pasta,   mal Probleme.“
         viel Salat und gedünstetes Gemüse. Dazu frische Mangos und   21 Uhr. „Kurzes Zusammensitzen mit den Kollegen, lockere
         Ananas als Nachtisch, Espresso in der Sonne genießen.“  Gespräche.“
         14 Uhr. „Medical Screening. Ich muss ein paar Tests absolvieren.   22.30 Uhr. „Ich gehe schlafen, habe ja auch genug getan.“
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