Page 15 - DFB-Schiedsrichterzeitung 2/2018
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          G E RD  HE NNI G  UND  K A RL- HE INZ  FO RK  V E RS TO RB E N

          Am zweiten Weihnachtstag vergangenen   Wenige Tage später, am 12. Januar dieses   55 weitere Einsätze in den folgenden 13
          Jahres ist der frühere FIFA-Schiedsrichter   Jahres, verstarb auch der frühere Bundesliga-  Jahren folgen. Auch international war Karl-
          Gerd Hennig im Alter von 82 Jahren gestor-  Schiedsrichter Karl-Heinz Fork im Alter von   Heinz Fork immer wieder im Einsatz, unter
          ben. Der Duisburger kam von 1964 bis 1982   87 Jahren. Mit der Begegnung TSV 1860   anderem als Linienrichter bei einem Freund-
          als Schiedsrichter in der Bundesliga zum   München gegen den SV Werder Bremen hatte   schaftsspiel zwischen der UdSSR und Welt-
          Einsatz. Dort leitete er insgesamt 161 Begeg-  er im Mai 1964 seine Premiere in der gerade   meister  Brasilien  vor  mehr  als  100  000
          nungen. Darüber hinaus kam er während   gegründeten Bundesliga gefeiert. Es sollten   Zuschauern im Moskauer Lenin-Stadion.
          seiner dreijährigen Zeit auf der FIFA-Liste
          unter anderem zu drei Länderspiel-Einsätzen.
          Höhepunkte seiner Laufbahn waren die Lei-
          tung des DFB-Pokalfinales im Jahr 1982 zwi-
          schen dem FC Bayern München und dem
          1. FC Nürnberg (4:2) sowie des Endspiels der
          Studenten-Weltmeisterschaft zwischen
          Mexiko und Frankreich wenige Wochen
            später.

          Bereits während seiner aktiven Karriere hatte
          Hennig im Jahr 1974 auch das Amt des Kreis-
          Schiedsrichter-Obmanns in seinem Heimat-
          kreis Duisburg/Mülheim/Dinslaken über-                             Karl-Heinz Fork bei der Wahl mit den beiden Kapitänen
          nommen, welches er insgesamt 36 Jahre                              Georg Volkert (HSV, links) und Franz Beckenbauer
          lang innehatte. Darüber hinaus engagierte                          (Bayern München).
          er sich 15 Jahre lang im Verbands-Schieds-
          richter-Ausschuss und war auch als Schieds-                        Gerd Hennig bei der Ehrung für seinen 150. Bundesliga-
          richter-Beobachter tätig.                                          Einsatz im Jahr 1981.



          KÖ LNE R  V E RK LE IDEN  S ICH  A L S                                 K E INE
          V ID EO -SCHIE DS RI CHTE R                                            A B S E IT S LINIE
                                                                                 BE IM V ID EO -
          Der 1. FC Köln und Karneval sind zwei   spieler Dominic Maroh, das Thema aktiv
          untrennbare Dinge: Wie auch in den vergan-  im Karneval aufzuarbeiten. Zusammen mit   A S S IS TE NTE N
          genen Jahren bewiesen die Spieler des FC   ihren Frauen verkleideten sie sich als
          Kreativität, als es um die Auswahl der Kos-  Video-Schiedsrichter und  -Assistenten.   Die Video-Assistenten müssen weiter auf
          tüme ging. Da sich die Kölner in der Hinrunde   Horn trug ein überdimensionales Telefon   ein Hilfsmittel zur Kontrolle knapper Abseits-
          gefühlt regelmäßig vom Video-Schiedsrich-  in der Hand, Maroh einen nachgebauten   situationen warten: Seit dieser Saison wird
          ter benachteiligt sahen, entschieden sich   Fernseher, auf dem eine Kölner Spielszene   in der Bundesliga der Videobeweis getestet.
          Kölns Torwart Timo Horn und Kölns Abwehr-  zu sehen war.               Aber auch ein halbes Jahr nach der Einfüh-
                                                                                 rung wartet die DFL auf die Freigabe des
                                                                                 Fußball-Weltverbandes (FIFA) für eine kali-
                                                                                 brierte Linie, die das Bewerten von knappen
                                                                                 Abseitspositionen ermöglicht. Für die lau-
                                                                                 fende Saison wird nicht mehr mit der Zerti-
                                                                                 fizierung der Abseitslinie gerechnet.

                                                                                 „DFL und DFB werden erst auf die sogenannte
                                                                                 kalibrierte Linie zurückgreifen, wenn von
                                                                                 FIFA und IFAB Versionen eines oder mehre-
                                                                                 rer Dienstleister zertifiziert wurden und zuge-
                                                                                 lassen sind“, sagt Ansgar Schwenken, DFL-
                                                                                 Direktor für Fußball-Angelegenheiten. Die
                                                                                 Technologie der Fernsehsender bei der Über-
                                                                                 prüfung von Abseitsentscheidungen sei
                                                                                 nicht verlässlich genug: Bereits bei kleinsten
                                                                                 zeitlichen Verschiebungen des Bildes könne
                                                                                 es zu Fehlern kommen.
          Die Kölner Dominic Maroh (links) und Timo Horn verkleideten sich mit ihren Frauen in diesem Jahr
          als Video-Schiedsrichter.
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