Page 8 - DFB-Schiedsrichterzeitung 2/2018
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PR ÄVENTIV AG IEREN
Oft können Unparteiische schon frühzeitig dazu beitragen, dass der
Charakter eines Spiels fair bleibt. Wie das geht, ist nicht nur Titel-
thema in der vorliegenden Ausgabe der DFB-Schiedsrichter- Zeitung,
sondern auch Inhalt des aktuellen DFB-Lehrbriefs mit dem Titel
„Agieren statt reagieren – präventives Schiedsrichterverhalten“.
Durch sein Auftreten
und Agieren auf
dem Feld kann
der Schiedsrichter
vorbeugend auf die
Spieler einwirken.
TE X T atürlich – Sport ist gesund, regelmäßige Bewe- kämpfen und körperlicher Auseinandersetzung geprägt.
Günther Thielking gung die Grundlage für ein möglichst krank- Und dabei geht es nun mal oft richtig „zur Sache“.
N heitsfreies Leben. Ein Mannschaftssport wie
Fußball fördert darüber hinaus die sozialen Eigenschaf- Verletzungen des Gegenspielers werden in Kauf genom-
ten eines Menschen und die mentale Gesundheit durch men. Manchmal ist es sogar das Ziel eines Spielers, dem
Erlebnisse in einer Gemeinschaft. Gegner „wehzutun“, um ihn auf diese Weise aus dem
Spiel zu nehmen. Zudem gibt es auf dem Platz spontane
Allerdings ist das Verletzungsrisiko bei einer Kontakt- Aggressionen – zum Beispiel Schläge mit dem Ellenbo-
sportart nicht zu unterschätzen. Und das gilt nicht nur gen oder Tritte gegen den Körper –, die für den Gegen-
für Boxen oder Taekwondo, sondern auch für den Fuß- spieler oft überraschend kommen und ihn auch deshalb
ball. Fast ein Drittel der jährlich registrierten etwa verletzen können.
1,5 Millionen Sportverletzungen erleiden Fußballer
und Fußballerinnen, wobei man natürlich berücksichti- Sind Amateurspieler betroffen, bedeuten der Schien-
gen muss, dass Fußball in Deutschland bei Weitem die beinbruch, der Kreuzbandriss oder auch die schwere
am häufigsten ausgeübte Sportart ist. Sie lebt nicht nur Gehirnerschütterung oft das Ende der Laufbahn. Fuß-
vom „schönen Spiel“, sondern ist wesentlich von Zwei- baller können nach schweren Verletzungen froh sein,